Ratgeber

Outbound Agentur vs. Inhouse SDR: Selbst aufbauen oder einkaufen?

Outbound Agentur vs. Inhouse SDR ist die klassische Build-or-Buy-Frage im B2B-Vertrieb: Stellst du eine eigene Person ein, die Entscheider anschreibt, nachfasst und Termine vereinbart, oder gibst du diesen Teil an einen spezialisierten Anbieter? Beide Wege funktionieren, aber sie funktionieren unter unterschiedlichen Bedingungen, und die wenigsten Unternehmen rechnen beide Wege auf derselben Grundlage durch.

Dieser Ratgeber zeigt, was ein SDR in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirklich kostet, wie lange Einstellung und Anlaufzeit dauern, welche Tools und wie viel Führung dazukommen, und wo das Fluktuationsrisiko liegt. Danach ordnen wir ein, wann Inhouse gewinnt, wann die Agentur gewinnt, wie ein Hybridmodell aussieht, und geben dir eine Entscheidungstabelle. Wir betreiben selbst eine Outbound-Agentur und sind in dieser Frage nicht neutral; wir benennen deshalb ausdrücklich die Fälle, in denen du nicht bei uns, sondern bei einer Stellenanzeige landen solltest.

Was ein SDR eigentlich tut, und was eine Agentur stattdessen liefert

Ein Sales Development Representative übernimmt die Arbeit vor dem ersten Verkaufsgespräch: Zielkunden recherchieren, Kontaktdaten beschaffen, Sequenzen per E-Mail und LinkedIn schreiben und versenden, Antworten bearbeiten, Einwände abfangen, qualifizieren und einen Termin in den Kalender des Account Executives legen. Je nach Unternehmen kommt Telefonie dazu, manchmal auch Messe-Nachfassen oder die Bearbeitung von Inbound-Anfragen.

Eine Outbound-Agentur liefert dieselbe Kette als Dienstleistung, aber mit anderer Mechanik: Statt einer Person arbeitet ein eingespielter Prozess mit Infrastruktur, Daten, Texten und Reporting, der für mehrere Kunden parallel läuft. Du kaufst nicht Arbeitszeit, sondern ein Ergebnis oder zumindest ein System, das Ergebnisse produziert. Was ein Ergebnis in diesem Zusammenhang ist, hängt vom Preismodell ab; dazu später mehr.

Der erste Denkfehler bei Build-or-Buy ist, einen SDR mit einer Agentur zu vergleichen, als wären beide dieselbe Einheit. Ein SDR ist eine Stelle, die du führen, ausstatten und halten musst. Eine Agentur ist ein Lieferant, den du briefen, kontrollieren und bezahlen musst. Beides kostet Managementzeit, aber auf unterschiedliche Weise.

Was ein Inhouse-SDR in DACH kostet

Gehalt und Arbeitgeberkosten

Die Gehälter unterscheiden sich zwischen den drei Ländern deutlich. Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte aus Stellenanzeigen und Gehaltsportalen, keine Marktstudie; Stadt, Branche und Erfahrung verschieben sie. In Deutschland liegt das Jahresgehalt eines SDR inklusive variablem Anteil typischerweise zwischen 45.000 und 65.000 EUR, in Österreich zwischen 40.000 und 58.000 EUR, in der Schweiz zwischen 75.000 und 110.000 CHF. Dazu kommen Arbeitgeberanteile: grob 20 bis 25 Prozent in Deutschland, 28 bis 31 Prozent in Österreich, 15 bis 20 Prozent in der Schweiz.

Realistisch landest du damit bei Gesamtpersonalkosten von etwa 55.000 bis 80.000 EUR pro Jahr in Deutschland, 52.000 bis 76.000 EUR in Österreich und 88.000 bis 130.000 CHF in der Schweiz, bevor ein einziges Tool bezahlt ist. Eine detailliertere Rechnung pro Termin findest du im Artikel Terminierung B2B: Kosten.

Der Tool-Stack

Ein SDR ohne Werkzeuge produziert nichts. Zur Grundausstattung gehören ein CRM-Platz, eine Datenquelle für Kontaktdaten und Anreicherung, ein Sequenz-Tool für E-Mail, ein LinkedIn-Sales-Abo, oft ein LinkedIn-Automatisierungstool, eine Telefonlösung und Verifizierungsdienste für E-Mail-Adressen. Dazu kommen eigene Versand-Domains und Postfächer, wenn Cold Email sauber laufen soll, inklusive Warm-up. Je nach Ausstattung liegen diese Kosten typischerweise zwischen 300 und 800 EUR pro Monat und Person, also 3.600 bis 9.600 EUR pro Jahr.

Diese Kosten skalieren nicht linear nach unten: Ein einzelner SDR zahlt für manche Tools denselben Mindestpreis wie ein Team von fünf. Das ist ein Grund, warum Inhouse bei einer einzelnen Stelle unverhältnismäßig teuer ist und bei mehreren Stellen deutlich besser aussieht.

Einstellungsdauer und Anlaufzeit

Zwischen der Entscheidung, einen SDR einzustellen, und dem ersten qualifizierten Termin liegen in der Praxis oft vier bis acht Monate. Die Stellenausschreibung, Bewerbungsgespräche und Kündigungsfristen der Kandidaten dauern allein typischerweise zwei bis vier Monate. Danach folgt die Anlaufzeit: Ein neuer SDR braucht meist zwei bis vier Monate, bis er Zielgruppe, Produkt, Einwände und Werkzeuge beherrscht und mit voller Leistung terminiert. In dieser Zeit laufen die Kosten vollständig, die Ergebnisse kommen nur zum Teil.

Wenn du Outbound noch nicht betrieben hast, kommt ein weiterer Faktor dazu: Niemand im Haus kann den SDR einarbeiten, weil niemand den Prozess kennt. Dann lernt die Person nicht nur deine Firma, sondern baut gleichzeitig den Prozess auf. Das verlängert die Anlaufzeit und senkt die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Führung und Fluktuation

Ein SDR braucht Führung: wöchentliche Pipeline-Reviews, Coaching an Nachrichten und Gesprächen, Zielvereinbarungen, Konfliktlösung mit dem Vertrieb über Terminqualität. Rechne mit zwei bis fünf Stunden pro Woche einer Vertriebsleitung oder Geschäftsführung. Bei einem internen Stundensatz von 80 bis 150 EUR sind das weitere 8.000 bis 30.000 EUR pro Jahr, die in keiner Gehaltstabelle stehen.

Das größte strukturelle Risiko ist die Fluktuation. SDR-Rollen gelten als Einstiegspositionen mit hoher Belastung; viele wechseln nach zwölf bis 24 Monaten in den Vertrieb oder zu einem anderen Arbeitgeber. Jeder Wechsel bedeutet erneute Recruiting-Kosten, erneute Anlaufzeit und meist zwei bis drei Monate ohne Terminierung. Bei einer Stelle trifft dich das vollständig, bei einem Team von fünf verteilt sich das Risiko.

Kostenblock Inhouse-SDR (Deutschland)Typische Spanne pro Jahr
Gehalt inkl. variablem Anteil45.000 bis 65.000 EUR
Arbeitgeberanteile9.000 bis 16.000 EUR
Tool-Stack, Daten, Domains3.600 bis 9.600 EUR
Recruiting (anteilig, bei Wechsel alle 1 bis 2 Jahre)3.000 bis 10.000 EUR
Führung und Coaching8.000 bis 30.000 EUR
Arbeitsplatz, Laptop, Weiterbildung2.000 bis 5.000 EUR
Summe, grob70.000 bis 135.000 EUR

Was eine Outbound-Agentur kostet

Agenturen für Outbound in DACH arbeiten mit zwei Grundmodellen. Beim Retainer zahlst du monatlich einen festen Betrag, typischerweise zwischen 2.000 und 6.000 EUR, oft mit Mindestlaufzeit von drei bis zwölf Monaten; was dabei herauskommt, verändert die Rechnung nicht. Beim Modell Pay per Termin zahlst du eine einmalige Setup-Gebühr für Infrastruktur, Liste und Texte und danach pro qualifiziertem Termin, der tatsächlich stattgefunden hat. Die Unterschiede in Anreizen und Risiko haben wir im Artikel Pay per Termin vs. Retainer ausführlich gegenübergestellt.

Bei uns liegt die Setup-Gebühr bei 2.800 USD, danach fallen 200 USD pro qualifiziertem Termin an, ohne monatliche Gebühr. Tools, Daten, Versand-Domains, Warm-up, Sequenzen und Reporting sind enthalten; No-Shows und Termine außerhalb der vereinbarten Zielgruppe berechnen wir nicht. Die Details stehen auf der Seite Preise.

Der entscheidende Unterschied zur Stelle liegt nicht im Preisschild, sondern in drei Eigenschaften: Die Kosten beginnen, wenn die Arbeit beginnt, nicht vier Monate vorher. Infrastruktur und Prozess existieren am ersten Tag, statt aufgebaut zu werden. Und beim ergebnisabhängigen Modell trägt der Anbieter das Risiko einer schwachen Kampagne, nicht du.

Was die Agentur nicht liefert: internes Wissen, das bleibt. Wenn du nach zwei Jahren wechselst, hast du Termine und Kunden gewonnen, aber keine Person im Haus, die den Prozess beherrscht. Für manche Unternehmen ist das irrelevant, für andere ein echter strategischer Nachteil.

Der Vergleich über zwölf Monate

Die folgende Rechnung stellt beide Wege für ein typisches B2B-Unternehmen in Deutschland gegenüber: erklärungsbedürftiges Produkt, Zielgruppe Geschäftsführer und Abteilungsleiter im Mittelstand, Betrachtungszeitraum zwölf Monate ab Entscheidung. Alle Werte sind Orientierungsgrößen aus den Spannen oben.

KriteriumInhouse-SDR (Jahr 1)Outbound-Agentur, Pay per TerminOutbound-Agentur, Retainer
Zeit bis zum ersten Termin4 bis 8 Monate (Recruiting plus Anlaufzeit)typischerweise 2 bis 6 Wochentypischerweise 4 bis 10 Wochen
Fixkosten pro Jahr70.000 bis 135.000 EUReinmalig Setup, bei uns 2.800 USD24.000 bis 72.000 EUR
Variable Kostenkeinepro Termin, bei uns 200 USDkeine
Qualifizierte Termine pro Jahr, grob90 bis 130 (nach Anlaufzeit)nach Volumen, abhängig von Zielgruppestark schwankend
Kosten pro Termin, grob550 bis 1.000 EUR200 bis 600 EUR plus anteiliges Setup300 bis 1.500 EUR
Risiko bei schwacher Kampagnebei dirüberwiegend beim Anbieterbei dir
Führungszeit pro Woche2 bis 5 Stunden0,5 bis 1 Stunde1 bis 2 Stunden
Wissensaufbau im Haushochgeringgering bis mittel
KündbarkeitKündigungsfrist, Abfindungsrisikomeist monatlichMindestlaufzeit üblich

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Im ersten Jahr ist der Inhouse-SDR fast immer der teurere Weg pro Termin, weil Recruiting und Anlaufzeit die Ergebnisse auf acht bis neun produktive Monate verkürzen. Zweitens: Diese Rechnung dreht sich ab dem zweiten Jahr und bei mehr als einer Stelle. Ein eingespielter SDR ohne Anlaufzeit, der bleibt, kann pro Termin auf 400 bis 550 EUR kommen; ein Team von drei bis fünf SDRs teilt sich Tool-Mindestpreise, Führungszeit und Fluktuationsrisiko.

Wann Inhouse gewinnt

Es gibt klare Situationen, in denen du einen SDR einstellen solltest, auch wenn das erste Jahr teurer ist. Wenn eine Agentur dir in einer dieser Situationen trotzdem Outbound verkauft, ist das ein Warnsignal.

  • Große Zielgruppe mit dauerhaftem Bedarf: Wenn dein Markt viele tausend relevante Unternehmen umfasst und du dauerhaft mehr als 15 bis 20 qualifizierte Termine pro Monat brauchst, lohnt sich der Aufbau. Ab diesem Volumen wird die Agentur pro Termin teurer als ein eingespieltes eigenes Team.
  • Komplexes, technisches Produkt: Wenn ein Erstgespräch erst nach tiefem Produktverständnis sinnvoll ist, etwa bei Industriesoftware, Medizintechnik oder regulierten Branchen, braucht die Person, die qualifiziert, Wissen, das sich in einem Agentur-Briefing nur schwer abbilden lässt.
  • Du planst drei oder mehr SDRs: Ab dieser Teamgröße verteilen sich Führung, Tool-Mindestpreise und Fluktuationsrisiko. Eine Vertriebsleitung, die ohnehin da ist, kann drei SDRs steuern; eine Person allein zu steuern kostet relativ am meisten.
  • Vertrieb ist Kernkompetenz: Wenn Outbound ein strategischer Vorteil sein soll, den Wettbewerber nicht einfach einkaufen können, musst du das Wissen im Haus aufbauen. Das ist bei Unternehmen der Fall, die ihre Vertriebsmaschine als Produkt begreifen.
  • Account-based Selling mit wenigen hundert Zielkunden: Hier geht es nicht um Volumen, sondern um monatelange Beziehungsarbeit an einzelnen Accounts. Das ist eine SDR- oder AE-Aufgabe, keine Kampagne.

Wann die Agentur gewinnt

Die Agentur ist der bessere Weg, wenn Geschwindigkeit, begrenztes Risiko und fehlende interne Erfahrung zusammenkommen.

  • Du hast noch kein Outbound: Wenn niemand im Haus Sequenzen, Zustellbarkeit und Qualifizierung beherrscht, würde ein neuer SDR den Prozess parallel zum Job erfinden. Eine Agentur bringt den Prozess mit und zeigt dir in drei bis sechs Monaten, ob Outbound in deinem Markt funktioniert, bevor du eine Stelle schaffst.
  • Du brauchst Termine in Wochen, nicht Quartalen: Eine neue Vertriebsperson, ein Produktlaunch oder ein Quartalsziel warten nicht acht Monate auf Recruiting und Anlaufzeit.
  • Du brauchst 5 bis 15 Termine pro Monat: Unterhalb der Schwelle, ab der sich ein eigenes Team rechnet, ist eine einzelne Stelle teuer und fragil. Die Agentur deckt dieses Volumen ohne Fixkostenblock ab.
  • Du willst Risiko begrenzen: Beim Modell Pay per Termin trägst du im schlechten Fall die Setup-Gebühr, nicht ein Jahresgehalt plus Kündigungsfrist. Wie du dein Risiko mit einer sauberen Definition des qualifizierten Termins absicherst, steht im Artikel Qualifizierter Termin: SQL, MQL und was zählt.
  • Du hast keine Vertriebsleitung: Wenn die Geschäftsführung selbst verkauft und niemand Zeit hat, eine Nachwuchskraft zu coachen, scheitert Inhouse meist an der Führung, nicht an der Person.
  • Mehrere Märkte oder Sprachen: Wenn du Deutschland, Österreich und die Schweiz parallel bearbeiten und vielleicht später englischsprachige Märkte testen willst, ist das mit einer Stelle nicht abbildbar.

Wie wir Kampagnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufsetzen, zeigen die Seiten B2B Leadgenerierung und Kaltakquise-Agentur, der Ablauf steht unter Methode. Die Grundsatzfrage, ob du einen SDR auslagern sollst, vertieft der Artikel SDR outsourcen oder selbst einstellen.

Das Hybridmodell: Agentur vorne, Team hinten

Die meisten Unternehmen, die wir in DACH sehen, landen bei einer Mischform, und zwar in einer von drei Varianten.

Variante 1: Agentur als Testlauf vor der Stelle

Du beauftragst eine Agentur für sechs bis zwölf Monate, um Zielgruppe, Botschaft und Kanalmix zu validieren. Nach dieser Zeit weißt du, welche Branche antwortet, welche Nachricht zieht und wie viele Termine der Markt hergibt. Erst dann schreibst du die Stelle aus, und der neue SDR übernimmt einen funktionierenden Prozess statt einer Hypothese. Das verkürzt die Anlaufzeit erheblich und senkt das Fluktuationsrisiko, weil die Person von Tag eins Erfolge sieht.

Variante 2: Agentur für Kalt, SDR für Warm

Die Agentur übernimmt die Kaltansprache per E-Mail und LinkedIn und übergibt qualifizierte Termine. Dein eigener SDR konzentriert sich auf Inbound-Anfragen, Messe-Kontakte, Bestandskunden-Upsell und das Nachfassen von Angeboten. Das nutzt die Stärken beider Seiten: Die Agentur ist auf Volumen, Zustellbarkeit und Sequenzen spezialisiert, der SDR auf Beziehungen und Produktwissen.

Variante 3: Agentur als Überlauf

Du hast ein kleines SDR-Team und nutzt die Agentur für zusätzliche Kapazität in Spitzenzeiten, für neue Märkte oder Regionen, oder als Absicherung, wenn eine Stelle gerade unbesetzt ist. So bleibt die Pipeline gefüllt, während du neu einstellst, und die Anlaufzeit des neuen Mitarbeiters kostet keine Termine.

Beim Hybridmodell ist eine klare Abgrenzung wichtig: Wer spricht welche Accounts an, damit kein Entscheider zwei Nachrichten aus demselben Unternehmen bekommt. Eine gemeinsame Ausschlussliste im CRM löst das in der Praxis.

Die Entscheidungstabelle

Gehe die folgenden Fragen durch und zähle, in welcher Spalte du häufiger landest. Die Tabelle ersetzt keine Rechnung, hilft aber dabei, die Rechnung erst für den Weg zu machen, der zu deiner Situation passt.

FrageSpricht für Inhouse-SDRSpricht für Outbound-Agentur
Wie viele qualifizierte Termine brauchst du pro Monat?dauerhaft mehr als 15 bis 205 bis 15, oder noch unklar
Wie schnell brauchst du Ergebnisse?in 6 bis 9 Monaten ist in Ordnunginnerhalb von Wochen
Gibt es im Haus Outbound-Erfahrung?ja, jemand kann einarbeiten und coachennein, der Prozess müsste neu entstehen
Wie viele SDR-Stellen planst du?drei oder mehreine, vielleicht zwei
Wie komplex ist das Produkt?sehr komplex, lange Einarbeitung nötigerklärungsbedürftig, aber in einem Briefing abbildbar
Wie groß ist die Zielgruppe?wenige hundert Accounts, Beziehungsarbeitmehrere tausend Entscheider
Wer trägt das Risiko einer schwachen Kampagne?du kannst ein Jahresgehalt verkraftenRisiko soll begrenzt bleiben
Wer führt die Person oder den Anbieter?Vertriebsleitung mit Zeit vorhandenniemand hat Zeit für wöchentliches Coaching
Wie wichtig ist Wissensaufbau im Haus?strategisch wichtignachrangig, Ergebnis zählt
Mehrere Länder oder Sprachen?nein, ein Marktja, DACH plus weitere

Landest du überwiegend links, schreib die Stelle aus und nutze eine Agentur höchstens als Überlauf oder Testlauf. Landest du überwiegend rechts, starte mit einer Agentur und entscheide nach sechs bis zwölf Monaten mit echten Zahlen, ob der Aufbau eines Teams sinnvoll ist. Welche Fragen du einem Anbieter stellen solltest, steht im Ratgeber B2B Leadgenerierung Agentur auswählen.

Unsere Einordnung

Build-or-Buy ist im Outbound keine Glaubensfrage, sondern eine Frage von Volumen, Geschwindigkeit und vorhandener Erfahrung. Ein eingespieltes SDR-Team mit guter Führung schlägt jede Agentur pro Termin, aber erst ab dem zweiten Jahr und ab einer Größe, die viele Mittelständler nie erreichen. Darunter zahlst du für eine einzelne Stelle Recruiting, Anlaufzeit, Tool-Mindestpreise und Fluktuation, ohne die Skaleneffekte eines Teams.

Wir empfehlen Unternehmen, die noch kein Outbound betreiben oder unter 15 Terminen pro Monat liegen, mit einer Agentur zu starten und die Entscheidung über eine eigene Stelle auf den Zeitpunkt zu verschieben, an dem sie echte Zahlen aus dem eigenen Markt haben. Was dabei herauskommt, zeigen unsere Ergebnisse. Unternehmen mit großem Markt, komplexem Produkt und vorhandener Vertriebsleitung raten wir dagegen offen zum Aufbau, gegebenenfalls mit einer Agentur als Testlauf davor.

Häufige Fragen

Was kostet ein Inhouse-SDR in Deutschland wirklich?

Das Bruttogehalt liegt typischerweise zwischen 45.000 und 65.000 EUR inklusive variablem Anteil. Mit Arbeitgeberanteilen, Tool-Stack, Daten, Recruiting, Führungszeit und Arbeitsplatz kommst du realistisch auf 70.000 bis 135.000 EUR pro Jahr. Dazu kommt die Anlaufzeit von zwei bis vier Monaten, in der die Kosten voll laufen, aber nur wenige Termine entstehen. In Österreich liegen die Werte etwas darunter, in der Schweiz deutlich darüber.

Wie lange dauert es, bis ein neuer SDR Termine liefert?

Von der Entscheidung bis zum ersten qualifizierten Termin dauert es in der Praxis oft vier bis acht Monate: zwei bis vier Monate für Ausschreibung, Gespräche und Kündigungsfrist des Kandidaten, danach zwei bis vier Monate Anlaufzeit, bis Zielgruppe, Produkt und Werkzeuge sitzen. Wenn niemand im Haus Outbound-Erfahrung hat und den SDR einarbeiten kann, dauert es länger.

Ab wann lohnt sich ein eigenes SDR-Team statt einer Outbound-Agentur?

Als grobe Orientierung: wenn du dauerhaft mehr als 15 bis 20 qualifizierte Termine pro Monat brauchst, drei oder mehr Stellen planst, eine Vertriebsleitung mit Zeit für Coaching hast und das Fluktuationsrisiko tragen kannst. Ab dem zweiten Jahr und ab dieser Teamgröße wird Inhouse pro Termin meist günstiger als eine Agentur. Darunter ist eine einzelne Stelle teuer und fragil.

Was ist das Hybridmodell aus Agentur und Inhouse-SDR?

Die häufigste Form: Eine Agentur übernimmt die Kaltansprache per E-Mail und LinkedIn und liefert qualifizierte Termine, während ein eigener SDR Inbound, Messekontakte und Bestandskunden bearbeitet. Andere Varianten sind die Agentur als Testlauf vor der ersten Stelle oder als Überlauf für Spitzenzeiten und unbesetzte Stellen. Wichtig ist eine gemeinsame Ausschlussliste, damit kein Entscheider doppelt angeschrieben wird.

Welches Risiko habe ich bei einer Outbound-Agentur?

Beim Retainer-Modell trägst du das Risiko einer schwachen Kampagne selbst, weil du unabhängig vom Ergebnis zahlst. Beim Modell Pay per Termin liegt das Risiko überwiegend beim Anbieter; dein Risiko ist dann vor allem eine zu weit gefasste Definition von qualifiziert. Dagegen hilft eine präzise, schriftliche Zielgruppendefinition im Vertrag und die Regel, dass No-Shows und unpassende Termine nicht berechnet werden.

Verliere ich mit einer Agentur das Wissen über meinen Markt?

Zum Teil. Eine Agentur baut kein Team in deinem Haus auf, das den Prozess nach einem Wechsel weiterführt. Was du behältst, sind die Erkenntnisse aus dem Reporting: welche Branchen antworten, welche Botschaften ziehen, wie viele Termine der Markt hergibt. Viele Unternehmen nutzen genau diese Daten, um danach eine eigene Stelle mit deutlich kürzerer Anlaufzeit zu besetzen.

Nächster Schritt

Wir zeigen dir, wie viele Termine in deinem Markt realistisch sind, mit Zahlen aus vergleichbaren Kampagnen.

Deine Angaben bleiben vertraulich und dienen nur der Vorbereitung deines Gesprächs.

Analyse deines Zielmarkts · konservative Prognose · unverbindlich